Wenn die Plissees zur Geisterstunde im Wind wehen

Es ist ein kalter Herbsttag im November. Draußen stürmt und regnet es, der Wind faucht am Fensterrahmen, das Holz knackt unter Ihren Füßen und die Kerze flackert auf dem Fensterstock. Sie hören nichts als die Geräusche der wütenden Natur und das Ticken der großen Uhr. Und dann ist so weit, die Uhr der Kirche in der Nähe schlägt zwölfmal: Mitternacht, Geisterstunde! Haben Sie als Kind auch immer Angst vor dieser Zeit bekommen? Der Tag ist zu Ende, ein neuer Tag beginnt, die Nacht um Punkt 12 scheint zeitlos zu sein. Und alles, was nun geschieht, ist irgendwie geisterhaft. Da, die Vorhänge am Fenster bewegen sich plötzlich hin und her! Haben Sie vergessen, das Fenster zu schließen oder ist ein Geist unterwegs?

Sie glauben nicht an Geister? Sollten Sie aber, denn es handelt sich um körperlose Seelen, die umherwandeln und den Lebenden gerne ein wenig Angst machen. Mitternacht ist ihre Zeit, in der sie denen zum Verhängnis werden, die noch wach sind. Jetzt knistert und knackt es überall und Sie fragen sich, ob die Schubladen wirklich schon offen waren und Sie das Fenster nicht gerade schon geschlossen haben. War das Plissee geöffnet oder zu? Und warum wird das Gartentor vom Wind – hoffentlich nur vom Wind – immer wieder hin- und herbewegt? Zur Geisterstunde wirkt alles unreal, von einer höheren Macht bestimmt, eben von Geistern bewegt. Sie denken, dass Ihre Eltern früher nur gelogen haben, um Sie zeitig ins Bett zu bekommen. Sie lügen, denn Geister sind unter uns! Und Sie können sie spüren, wenn Sie nur einmal um Mitternacht Obacht geben, technische Geräte ausschalten und sich der Geisterzeit hingeben. Haben Sie Angst? Das sollten Sie!


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